Freitag, 30. April 2010

Etwas in eigener Sache

Götterschmiede wieder erhältlich in der zweiten Auflage


Sehen wir der Realität ins Gesicht. Die Welt ist da und wir mittendrin. Magier und Mystiker kamen ab einem Zeitpunkt ihres Lebens meist zu der Erkenntnis, daß sie an der Erschaffung der Welt teilhaben bzw. daß wir die Realität miterschaffen. Es könnte also sein, daß nicht Gott die Welt erschaffen hat, sondern wir. Oder anders gesagt: Der Mensch ist Gott.

Der Mensch wird ständig von irgendwelchen geistigen Konstrukten hin- und hergeworfen, anstatt sich zusammenzureißen und sich selbständig seine Moral zu erschaffen. Es ist doch so schön, sich geistig pudern und windeln zu lassen, anstatt selbst für sich die Verantwortung zu übernehmen. Moral und ihre Alternativbezeichnung „Gott“ wird von jedem selbst erschaffen, ob man sich dessen bewußt ist oder nicht.

Machen Sie keine Kompromisse, wenn es um Ihr Leben und Wohl geht. Suchen Sie sich nur solche Idole, die Sie weiterbringen und sehen Sie diese als Teil Ihrer Persönlichkeit. Das einzige, von dem sie wirklich mit Sicherheit sagen können, daß es existiert, ist Ihr „Ich“ – und das sollen Sie für irgend ein Hirngespinst verleugnen?

Als Mensch sollten Sie bewußt leben und handeln, aber vor allem leben, um die Keimzelle des Übermenschen zu sein, der sich aus seiner Asche erheben wird; um der Gott zu werden, der sie sind. Wie Luzifer, der in den Abgrund gestoßen wurde, um anschließend sein eigenes mächtiges Reich zu erschaffen, werden Sie nun erst sich selbst neu erfinden, um dann Ihre Umgebung nach Ihren Wünschen zu gestalten. Nur diejenigen, die alles verloren haben, haben die Freiheit, sich ihre Welt nach ihren Wünschen zu gestalten. Die Welt und das Leben haben nur den Wert, den wir ihnen beimessen.


Onkel Urian
Götterschmiede.
Kleines Handbuch zum Übermenschen
2. Auflage
Edition Esoterick, Siegburg 2010
ISBN-10: 3-936830-26-6
ISBN-13: 978-3-936830-26-2
112 Seiten, Paperback
- Preis: EUR 13,90

Erhältlich bei: http://www.esoterick.de/
oder: http://www.amazon.de/dp/3936830266/

Donnerstag, 29. April 2010

Robben orientieren sich am Sternenhimmel

Nicht nur der Mensch kann die Sterne zur Orientierung nutzen. Auch Robben navigieren auf längeren Reisen fernab der Landmassen nach dem Sternenhimmel. Zu diesem Schluss kamen dänische und deutsche Wissenschaftler, nachdem sie Robben ein Planetarium bauten.

Nichts als Wasser, kein Land in Sicht und es ist dunkel. Wie schaffen es Robben sich unter diesen Bedingungen auf ihren Reisen zu orientieren? Diese Frage beschäftigte ein deutsch-dänisches Wissenschaftlerteam um Björn Mauk von der Universität in Odense. Seine Vermutung: Vielleicht nutzen Robben wie damals die Seefahrer den Sternenhimmel als Orientierungshilfe. Um das zu testen, bauten die Wissenschaftler zwei Robben eigens ein Planetarium mit Schwimmbecken. Die Robben folgten tatsächlich den funkelnden Sternen an der Decke. Ihre Ergebnisse stellen die Wissenschaftler im Fachmagazin "Animal Cognition" vor.

Mauk und seine Kollegen trainierten die beiden Versuchstiere darauf, in einer realgetreuen Abbildung des nördlichen Sternenhimmels einem bestimmten Stern zu folgen. Mit großer Genauigkeit orientierten sich die Robben an dem künstlichen Firmament, das die Forscher in ihren Tests nach dem Zufallsprinzip immer wieder anders ausrichteten. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass sich Robben in freier Wildbahn auf ihren Wanderungen nachts ebenfalls an den Sternen orientieren.

Navigation wie die alten Seefahrer

Robben wären demnach die ersten Meeressäuger, bei denen diese Art der Orientierung bekannt ist. Bisher hatten Forscher bei nachts ziehenden Vögeln eine solche Navigation nach den Sternen beobachtet. Die Tiere erkennen dabei nicht etwa einzelne Sterne, sondern ermitteln anhand der Rotation der Himmelskörper um den Polarstern lediglich, wo es nach Norden geht.

Im Gegensatz dazu fanden die Robben sogar einen einzelnen, sich bewegenden Stern immer wieder - die Navigation könnte bei den Meeressäugern daher sogar noch weiter entwickelt sein als bei den Vögeln, spekulieren die Forscher. Die Fähigkeit, aus der Lage einzelner, sich bewegender Sterne auf die Richtung zu schließen, ist bei Tieren bisher nicht bekannt.

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Und was macht der ach so "intelligente" Mensch?

Samstag, 24. April 2010

3000 Besucher

So meine Damen und Herren, mir reicht es!
Bevor ich nun wöchentlich ein neues Jubiläum verkünden muß, werde ich jetzt die Besucherhürden höher ansetzen. Da seht Ihr wozu Ihr mich gebracht habt!
Vielen Dank!

Bildquelle: http://en.wikifur.com/w/images/6/66/Nazisplatter.jpg

Freitag, 23. April 2010

Epoche der Bestien von Lanz Martell

Als im Jahre 2007 der Unitall Verlag mit der Science Fiction Serie "Stahlfront" an den Markt ging,  war klar, daß die Tage der politisch korrekten Zukunftsphantastik endgültig vorbei waren. Nun hat der Verlag ein schmales Bändchen (auf 600 Exemplare limitiert) veröffentlicht, daß die Tradition des Verlages würdig fortführt. "Die Epoche der Bestien" hat es geschlagen, doch diese sind es nicht die am Ende des Büchleins Schaum vor dem Mund haben werden. Man kann nicht behaupten, daß dieses Büchlein eine durchgehende Geschichte in sich trägt, vielmehr wird der Leser mit kurzen Berichten und Aufsätzen aus verschiedenen Jahren konfrontiert, die zusammengenommen die Geschichte der Zukunft erzählen. Was noch in Stahlfront als wissenschaftliche Errungenschaft der Thule-Truppen gefeiert wurde, ist in diesem Werk als Ausdruck der höchsten menschlichen Dekadenz angesehen. Aufgrund der großen Genübereinstimmung von Mensch und Affe, wird den Affen gleiche Bürgerrechte zugesprochen. Durch Genexperimente wurde die Zeugungsschranke durchbrochen und Menschen und Affen können von nun an nicht nur gemeinsame Kinder bekommen, sie sollen es sogar. Die neuen Hybridwesen werden als Krone der Schöpfung gepriesen und obwohl meist nur ein IQ von 70 erreicht wird, werden diese Wesen als Maßstab angesehen an dem sich die Restmenschheit auszurichten hat. Nur wenige Menschengruppen wollen dieser Situation ein Ende bereiten und so ergibt es sich, daß bisherige Blutfeinde gemeinsam an einem Strang ziehen.

Diese Rahmenhandlung ist eigentlich nur das grobe Grundgerüst dieses Romanes, die eigentliche Stärke liegt in der Überspitzung gegenwärtiger Verhältnisse. Ob mit den "Bestien" des Titels die Hybridwesen gemeint sind, oder eher die Menschen die ein diktatorisches Zwangssystem um die Heiligkeit jener Kreaturen aufbauen, dieses Urteil ist dem Leser überlassen. Sympathieträger ist für mich keine der Personen in dem Buch. Der im Buch erwähnte Neue Templer Orden hat mehr als nur grundlegende Differenzen zu meinem Weltbild, was aber meinen Lesespaß in keiner Weise trübte. So wahnsinnig die Geschichte des Buches einem erscheinen mag, wenn man das gegenwärtige gutmenschliches Geschwafel weiterdenkt, dann könnte einen das Gefühl beschleichen, daß nicht der Roman, aber bereits unsere Gegenwart zutiefst wahnsinnig ist. Da braucht es noch nicht einmal solche flammenden Reden für die Zoophilie wie sie im linken Internetportal Indymedia am 30.Jannuar 2010 zu lesen waren (und kurze Zeit später nur noch auf Verlangen zugänglich gemacht wurde). Solche "geistigen Hochflieger" haben meist wenig Unterstützung in der breiten Masse, aber das allgegenwärtige Gutmenschentum hat hier ein völlig anderes Machtpotential, welches fleißig genutzt wird um den Menschen ihre natürlichen Verhaltensweisen als unkorrekt madig zu machen.  Das Buch wurde abschließend noch mit einer Perle namens "Die Sandy-Mandy-Welt" gekrönt, allein dieser Aufsatz lohnt das ganze Buch. Gleich einem Scharfschützen nimmt der Autor die gegenwärtig herrschende Dekadenz aufs Korn und trifft diese mit messerscharfer Zunge. Man muß dem Autor nicht zustimmen, man muß die Aussagen des Buches noch nicht einmal mögen, aber ein Hinterfragen der gegenwärtigen Verhältnisse wird zwangsläufig aus dem lesen dieses Buches resultieren. Falls Sie dies nicht wollen, Sie wurden gewarnt!


Copyright 2010 Onkel Urian

Mittwoch, 21. April 2010

Berserker

Als Berserker wird in mittelalterlichen skandinavischen Quellen ein im Rausch kämpfender Mensch bezeichnet, der keine Schmerzen oder Wunden mehr wahrnimmt. Über diese Art von Kämpfern, die auf der Seite verschiedener germanischer Stämme kämpften, berichten auch römische Quellen von der Kaiserzeit bis zum frühen Mittelalter. Sie werden dort aber nicht als „Berserker“ bezeichnet, sondern tragen andere Bezeichnungen.




Etymologie

Das Wort Berserker ist ein Wort des Altnordischen, formal ein Kompositum. Der zweite Teil serkr wird einhellig als 'Gewand, Waffenrock' gedeutet. Bezüglich der Erstkomponente gibt es unterschiedliche Annahmen, von denen zwei diskutiert werden. Einerseits wird eine Verbindung mit einem Wort für Bär, obwohl dies im Altnordischen bjorn lautet, erwogen (Lloyd / Springer). Andererseits argumentiert McCone, dass es sich bei den Berserkern den Beschreibungen nach um leichtes Fußvolk gehandelt habe und daher ein Vergleich mit bar 'bloß, frei' angebrachter sei. Näsström verweist darauf, dass schon aus praktischen Gründen die Verwendung eines Bärenfells mit einem Gewicht von ungefähr fünf Kilogramm eher hinderlich und unpraktisch sei. Alexander Jóhannesson schreibt dazu: berserkr ... zum Adjektiv berr nudus, vgl. Andrésson 1683: miles, qui sine armis, lorica balea &c. pugnat, auch Bj. Halld. (1814): indusio tantum non lorica indutus. vgl. auch Snorri: fóru brynjulausir. Man geht heute eher davon aus, dass die Bezeichnung der Raserei entnommen ist, wie ein Bär oder Wolf zu kämpfen. Dies wird mit den in den nordischen Sagas oft geschilderten Verwandlungen, die auch hier im Zusammenhang mit dem Werwolf bekannt sind, in Verbindung gebracht.

Auftreten

Das Wort tritt zum ersten Mal in einem Preisgedicht des Skalden Þórbjörn hornklofi (um 872) über die Entscheidungsschlacht Harald Hårfagres am Hafrsfjord auf:

grenjuðu berserkir,
guðr vas á sinnum,
emjuðu Ulfheðnar
ok ísörn dúðu.


es brüllten die Berserker,
der Kampf kam in Gang
es heulten die Wolfspelze
und schüttelten die Eisen.

Es ist bislang unbestritten, dass hier ekstatisch schreiende Krieger in Wolfsfellen gemeint sind. Aus dem Parallelismus schließen viele Forscher, dass es sich bei den Berserkern nicht um nackte, sondern um „Krieger des Bären” gehandelt habe. Fraglich ist allerdings, ob die Berserker mit den Kriegern im Wolfspelz gleichgesetzt werden können.

Aus den Strophen 20 ff. des Haraldskvæði ist zu entnehmen, dass die Berserker prinzipiell in der ersten Reihe jeder Schlachtordnung und dort auch ohne Rücksicht auf Verluste kämpften. Allerdings werden sie in den Schlachtberichten auffallend selten erwähnt. Klaus von See hat wahrscheinlich gemacht, dass die Strophen 13-23 eine Hinzufügung aus dem Anfang des 12. Jahrhunderts sind, so dass nur die oben erwähnte Strophe aus dem 9. Jahrhundert stammt. 250 Jahre vergingen, bis das Wort „Berserker“ wieder in der Literatur erwähnt wird. Daraus schließt Klaus von See, dass es sich nicht um einen feststehenden zeitgenössischen Begriff gehandelt habe, sondern um eine Wortschöpfung des Dichters Þorbjörn hornklofi, wobei dieser die sonst in der skandinavischen Literatur nicht vorkommende Wortverbindung mit „ber-“ aus deutschen Vorlagen übernommen habe und fügt zum Beleg zwei weitere Wortverbindungen mit „ber-“ „ber-harð“ (bärenhart) und „ber-fjall“ (Bärenfell, nicht, wie zu erwarten, „Bärenfelsen“) von Þorbjörn an, die dieser dem deutschen Sprachschatz entlehnt habe. Das Wort „berserkr“ wird erst im 12. Jahrhundert allgemein gebräuchlich.

Die Tierkrieger traten oft in geschlossenen Gruppen auf, wie in der oben zitierten Schilderung der Schlacht am Hafrsfjord. Die Sagas berichten übereinstimmend, dass die Berserker am Bug des Schiffes, also dem gefährlichsten Platz beim Kampf, aufgestellt gewesen seien. Sie galten als königliche Elitetruppe. Ihre Zahl wird in der Regel mit zwölf angegeben. Aber es ist falsch, die Berserker als „Elitekrieger” zu bezeichnen. Vielmehr sind Berserker Menschen mit besonderen Eigenschaften, die in den Quellen mal als Elitekrieger, mal als gefährliche Verbrecher auftreten. Sie kommen in vornehmsten Geschlechtern vor, sind aber auch familienlose Waldmenschen.

Eine Stelle in der Vatnsdœla saga deutet darauf hin, dass man auch Epilepsie unter den Begriff „Berserker“ subsumierte. Dort unterhalten sich die Brüder Þorsteinn und Þorir über die Rangfolge der Brüder.

„Þórir kvaðst minnst háttar af þeim ‚fyrir það að á mig kemur berserksgangur jafnan þá er eg vildi síst og vildi eg bróðir að þú gerðir að.‘ ‚Því er eg hér kominn að eg hefi spurt að Þorgrímur frændi vor hefir látið bera út barn sitt af orðum konu sinnar og er það illa gert. Þykir mér og með stórum meinum að þú ert eigi í öðli þínu sem aðrir menn.‘“

„Thorir sagte, er sei der geringste von ihnen – ‚denn über mich kommt der Berserkergang immer gerade dann, wenn ich es am wenigsten will, und ich wünschte, Bruder, du tätest etwas dagegen.‘ ‚Ich bin hergekommen, weil ich gehört habe, dass unser Vetter Thorgrim sein Kind um der Worte seines Weibes willen hat aussetzen lassen; und das ist sehr unrecht. Es deucht mich auch ein großer Schade, dass du nicht in der Fülle deiner Gesundheit stehst wie andere Männer.‘“

– Vatnsdœla saga Kap. 37. Übersetzung von W.H. Vogt und Frank Fischer.

Aber diese Erkrankung unterscheidet sich deutlich von der Raserei im Kampf, die ja willkürlich herbeigeführt wurde.

In diesen frühen Erwähnungen ist von den unkontrollierbaren Tobsuchtsanfällen, die der Wissenschaft Rätsel aufgeben, nicht die Rede. Tierfelle und der Kampfschrei waren nichts ungewöhnliches für damalige Kampfsituationen.

Nach der Durchsetzung des Christentums um 1025 gab es keine Berserker mehr. Im isländischen Christenrecht von 1122 (Kap. 7 der Grágás) wird es verboten, sich in Berserkerwut zu versetzen, wobei nicht sicher ist, dass damit der literarisch bezeugte Berserkergang, oder nicht nur einfach ein Tobsuchtsanfall gemeint ist. In den norwegischen Christenrechten dieser Zeit werden Berserker nicht mehr erwähnt. Beides deutet darauf hin, dass diese Kampfesweise zu dieser Zeit, wenn auch regional unterschiedlich, bereits im Schwinden begriffen oder bereits verschwunden war.

Danach entstehen zwei Traditionsstränge: Der eine nennt besonders tapfere Krieger Berserker, ohne ihnen besondere Eigenschaften beizumessen, der andere beginnt, sie zu menschlichen Bestien zu stilisieren. Gemeinsam ist beiden Strängen, dass die Verfasser keine eigene Anschauung von Berserkern hatten, auch keine lebenden Zeugen, die Berserker selbst erlebt hatten, kannten. Die Berserker waren nur noch vom Hörensagen bekannt.

Zum ersten Traditionsstrang gehört die erst um 1320 verfasste Grettis saga. Sie hält bereits besonders tapfere Männer für „Berserker”. Denn sie hält im Gegensatz zu allen älteren Berichten bei der Schilderung der Schlacht am Hafrsfjord bereits den Anführer der Gegner Haralds für einen Berserker, obgleich Berserker nirgends als Führungspersönlichkeiten auftreten:

„Haraldur konungur lagði að skipi Þóris haklangs því að Þórir var hinn mesti berserkur og fullhugi. [...] Þá hét konungur á berserki sína til framgöngu. Þeir voru kallaðir úlfhéðnar en á þá bitu engi járn. En er þeir geystust fram þá hélst ekki við.“

„König Harald stellte sein Schiff Thorir gegenüber, denn Thorir war ein großer Berserker und ein tapferer Mann. [...] Endlich befahl der König seinen Berserkern anzugreifen; sie wurden „Wolfshäuter” genannt; kein Eisen biss sie, und wo sie vorstürmten, hielt niemand stand.“

– Grettis saga Kap. 2, übersetzt von Paul Herrmann

Dass Thorir fiel, obgleich er Berserker war, störte den Verfasser nicht, was zeigt, dass die Unverwundbarkeit den Berserkern nicht überall zugeschrieben wurde . Auch sonst ist die Form des Kampfes in Tierverkleidung überliefert. So ist auf einer Bronzeplakette aus dem 6./7. Jahrhundert, die in Torslunda gefunden wurde, ein Krieger mit Tiermaske abgebildet. Und in der Vatnsdœla saga heißt es über die Schlacht am Hafrsfjord:

„Þá var með honum Rögnvaldur af Mæri og margir aðrir stórir höfðingjar og þeir berserkir er úlfhéðnar voru kallaðir. Þeir höfðu vargstakka fyrir brynjur og vörðu framstafn á konungsskipinu ...“

„...da stand bei ihm Rögnvald von Möre und viele andere großen Häuptlinge, dazu Berserker, die Wolfspelze genannt wurden; sie trugen Wolfsfelle statt der Brünnen und schirmten den Bug des Königsschiffes.“

– Vatnsdæla saga Kap. 9, übersetzt von W. H. Vogt und Franz Fischer.

Die Saga wurde zwischen 1260 und 1280 verfasst, weshalb der Verfasser den “Berserker” seinen Lesern erläutern muss, wobei offen bleibt, ob er nicht verschiedene Elitekämpfer dabei vermengt hat.

In der Hrólf-Krakis-Saga ist viel von Berserkern, die neben dem König sitzen, die Rede. Doch in dieser späten Geschichte aus dem 14. Jahrhundert sind die Berserker längst nicht mehr unverwundbar und verfügen auch sonst nicht mehr über ungewöhnliche Fähigkeiten.

Die Stilisierung der Berserker als menschliche Bestien findet ihren frühesten literarischen Niederschlag bei Saxo Grammaticus. Der später lebende Snorri Sturluson steht in einigen Texten in der gleichen Tradition.

Dem Berserker wurden nunmehr besondere Eigenschaften beigemessen: Er war unempfindlich gegen Feuer, und Eisenschwerter verwundeten ihn nicht. Die Berserkerwut begann mit Zittern, Kälte am Kopf und Zähneklappern (offenbar so ähnlich wie Schüttelfrost), manchmal schwoll der Kopf an, und die Gesichtsfarbe veränderte sich, dem folgte lautes Brüllen und das Beißen in den Schild. Es wird erwogen, ob dieses Beißen in den Schild vielleicht magische Bedeutung hatte. Näsström weist auf eine Strophe in der Havamál hin, die Odin spricht

Þat kann ek it ellifta:
ef ek skal til orrostu
leiða langvini,
und randir ek gel,
en þeir með ríki fara
heilir hildar til,
heilir hildi frá,
koma þeir heilir hvaðan.


Ein elftes kann ich,
wenn alte Freunde
ins Gefecht ich führen soll:
in die Schilde sing ich's,
so ziehn sie siegreich
heil in den Kampf,
heil aus dem Kampf,
bleiben heil, wohin sie ziehen.

Das Brüllen war die Aufheizphase für den Berserkergang. Nach dem Abklingen des Anfalls soll es zu einem Schwächeanfall, der sogar zum Tode habe führen können, gekommen sein.

„Dieser Sigvald hatte sieben Söhne, die so sehr von der Zauberei beschlagen waren, dass sie oft in einem plötzlichen Anfall von Raserei fürchterliches Brüllen ausstießen, in ihre Schilde bissen, glühende Kohlen schluckten und quer über das Feuer sprangen. Und wenn das einmal ausgebrochen war, gab es keine andere Möglichkeit, deren Wahn zu stoppen, als dass man sie entweder überwand und fesselte, oder sie erhielten eine Möglichkeit, ihren Blutdurst zu stillen. Entweder war es ihre wilde Natur oder es war eine Geisteskrankheit, die diese fürchterliche Raserei in ihnen erzeugte.“

– Quelle:Saxo Grammaticus, Gesta Danorum 7.2.7

und

„In dieser Zeit kam ein Mann Namens Hartben aus Hälsingland. Er betrachtete es als große Tat, Königstöchter zu entführen und zu vergewaltigen, und er pflegte jeden zu töten, der ihn an seinen erotischen Abenteuern zu hindern versuchte. Er zog die hochgeborenen den schlichteren vor und meinte selbst, dass er ein umso größerer Mann sei, je vornehmere Frauen ihm gelang zu vergewaltigen. Und niemand kam ungestraft davon, der behauptete, er könne sich mit ihm an Tapferkeit messen. So kampfstark war er, dass er ganze neun Ellen in der Höhe maß. Er hatte 12 Kämpfer bei sich, die die Aufgabe hatten, ihn jedesmal in Ketten zu legen, um seine unlenkbare Wildheit einzudämmen, wenn er von dieser Raserei ergriffen wurde, angekündigt durch Schrammen. Diese forderten Halfdan heraus, Mann gegen Mann, Hartben und seine Kämpfer zu treffen, und sie versprachen nicht nur, gegen ihn zu kämpfen, sondern kündigten in ungemein selbstsicheren Wendungen an, dass er gewinnen werde. Als Hartben das hörte, wurde er augenblicklich von seiner Wut befallen: rasend biss er die ganze Spitze seines Schildes ab und hielt sich nicht zurück, eine glühende Kohle zu schlucken: Er ergriff das glühende Kohlenstück mit dem Mund und ließ es sogleich in sein Inneres gleiten, lief quer durch lebensgefährlich flammendes Feuer und wurde am Schluss so vollständig Berserker, dass er in seiner Raserei sein Schwert gegen sechs seiner eigenen Mannen richtete. Ob dieser Wahnsinn von seiner Kampflust oder einer angeborenen Wildheit herrührte, kann man nicht sagen. Danach wandte er sich gegen Halfdan mit seiner Kampftruppe hinter sich. Aber Halfdan zerschmetterte ihn mit seiner gewaltigen Keule und nahm ihm Sieg und Leben, und so kam er dazu, für seine Handlungen zu bezahlen, nicht nur gegen Halfdan, den er herausgefordert hatte, sondern auch gegen die Könige, deren Kinder er geraubt hatte.“

– Quelle:Saxo Grammaticus, Gesta Danorum 7.2.11

Später bezeichnete der Begriff „Berserker“ also Männer, die im Kampf der sogenannten „Schlachtenraserei“ anheim fielen, was auch als Blutrausch beschrieben werden kann. Derartige Krieger galten anfänglich als geliebte Söhne der Götter, vor allem Odins. Dessen Selbstopfer in der Hávamál wird auch als “archetypische Proto-Initiation in einen Männerbund” interpretiert, woraus dann auch abgeleitet wird, dass es Berserkerbünde gegeben habe. Ein quellengestützter Nachweis lässt sich dazu nicht anführen.

Eine Gruppe von Berserkern galt als fähig das Schlachtenglück zu wenden. Durch ihr rücksichtsloses Vorgehen und das den Überlieferungen zu Folge stark reduzierte bis vollkommen neutralisierte Schmerzempfinden konnten sie entscheidende, aber auch für beide Seiten blutige Manöver durchführen.

Snorri Sturluson schrieb später als Saxo Grammaticus. Man vermutet, dass er die Egils saga geschrieben hat. Die Egils saga beginnt mit den Worten:

„Úlfur hét maður, sonur Bjálfa og Hallberu, dóttur Úlfs hins óarga. Hún var systir Hallbjarnar hálftrölls í Hrafnistu, föður Ketils hængs. Úlfur var maður svo mikill og sterkur, að eigi voru hans jafningjar, en er hann var á unga aldri, lá hann í víkingu og herjaði. Með honum var í félagsskap sá maður, er kallaður var Berðlu-Kári, göfugur maður og hinn mesti afreksmaður að afli og áræði; hann var berserkur. Þeir Úlfur áttu einn sjóð báðir, og var með þeim hin kærsta vinátta.“

„Ulf hieß ein Mann, Sohn des Bjalfi und der Hallbera, der Tochter von Ulf dem Beherzten. Sie war die Schwester von Hallbjörn Halbtroll in Rabenhorst, Hetil Hakenlachsens Vater. Ulf war so groß und stark, dass er nicht seines gleichen hatte. In seiner Jugend war er als Wiking auf Heerfahrten. Sein Gefährte auf diesen hieß Berdla-Kari, ein vornehmer durch Kraft und Mut hervorragender Mann. Er war Berserker. Er und Ulf lebten aus einem Beutel, und es herrschte zwischen ihnen die treueste Freundschaft.“

– Egils saga Kap. 1 übersetzt von Felix Niedner.

Während hier die Berserkereigenschaft der Vornehmheit und der Freundschaft nicht im Wege steht, wird der Berserker Ljot negativ geschildert und sein Berserkeranfall beim Holmgang beschrieben:

„Þá gekk Gyða að Agli og mælti: "Eg mun segja þér, Egill, tíðindi þau, sem hér eru með oss. Maður heitir Ljótur hinn bleiki; hann er berserkur og hólmgöngumaður; hann er óþokkasæll. Hann kom hér og bað dóttur minnar, en vér svöruðum skjótt og synjuðum honum ráðsins; síðan skoraði hann til hólmgöngu á Friðgeir, son minn […] Nú kom þar Ljótur með lið sitt; bjóst hann þá til hólmgöngu; hann hafði skjöld og sverð; Ljótur var allmikill maður og sterklegur. Og er hann gekk fram á völlinn að hólmstaðnum, þá kom á hann berserksgangur, tók hann þá að grenja illilega og beit í skjöld sinn.“

„Da ging Gyda zu Egill und sprach: ‚Ich werde dir mitteilen Egil, wie es hier mit uns steht. Ein Mann heißt Ljot der Bleiche. Er ist Berserker und Holmgangsmann. Kein Mensch liebt ihn. Er kam hierher und freite meine Tochter, wir aber antworteten kurz und weigerten die Verlobung. Darauf forderte er Fridgeir, meinen Sohn, zum Holmgang heraus.‘ […] Jetzt kam Ljot mit seinem Gefolge dorthin. Er rüstete sich zum Zweikampf. Er trug Schild und Schwert. Ljot war ein sehr starker und kräftiger Mann. Als er nun auf dem Platze um Holmgange vortrat, kam die Berserkerwut über ihn. Er fing an, bösartig zu heulen und biss in seinen Schild.“

– Egils saga Kap.65. In der Übersetzung von Felix Niedner Kap. 64.

Snorri schilderte in seiner Heimskringla, in der Yinglinga saga Kap. 6 die Berserker so:

„Óðinn kunni svá gera, at í orrostum urðu úvinir hans blindir eða daufir eða óttafullir, en vápn þeirra bitu eigi heldr en vendir; en hans menn fóru brynjulausir ok váru galnir sem hundar eða vargar, bitu í skjöldu sína, váru sterkir sem birnir eða griðungar; þeir drápu mannfólkit, en hvártki eldr né járn orti á þá. Þat er kallaðr berserksgangr.“

„Aber seine [Odins] eigenen Mannen gingen ohne Brünnen, und sie waren wild wie Hunde oder Wölfe. Sie bissen in ihre Schilde und waren stark wie Bären oder Stiere. Sie erschlugen das Menschenvolk, und weder Feuer noch Stahl konnte ihnen etwas anhaben. Man nannte dies Berserkergang.“

Hier ist bereits deutlich die Mythenbildung zu erkennen.

Das Abwerfen der Brünne vor dem Kampf ist noch für Håkon den Guten (935-961) bezeugt. Angesichts der Tatsache, dass der Kampf mit Pfeilschüssen eröffnet wurde, ist diese Schilderung allerdings zweifelhaft. Es könnte sich auch um einen literarischen Topos zur Schilderung des königlichen Kampfesmutes handeln.

Dass Krieger ohne Brünne in den Kampf zogen, ist auch anderweitig bezeugt. Allerdings wird aus der Schilderung in der Germania, die Germanen hätten kaum Eisen, selten Schwerter oder Lanzen, geschlossen, dass hier weniger Tapferkeit als vielmehr schlichter Ausrüstungsmangel der Grund war zumal man gerne die Rüstungen besiegter Römer nahm. Überhaupt gilt die Darstellung nackter Germanenkrieger als überholt. Man sei im Rahmen der Möglichkeiten sehr wohl bestrebt gewesen, sich Rüstungen und Waffen der Römer zu beschaffen.

In der erzählenden Literatur gibt es ausschließlich männliche Berserker. Doch nach der Edda gab es auch weibliche Berserker:

Þórr kvað:
"Brúðir berserkja
barðak í Hléseyju;
þær höfðu verst unnit,
vélta þjóð alla."

Hárbarðr kvað:
"Klæki vanntu þá, Þórr,
er þú á konum barðir."

Þórr kvað:.
"Vargynjur þat váru,
en varla konur.


Thor sprach:
Berserkerbräute
bändigt’ ich auf Hlesey:
Das Ärgste hatten sie getrieben,
betrogen alles Volk.

Harbard sagte:
Unrühmlich tatest du, Thor
dass du Weiber tötetest.

Thor sprach:
Wölfinnen waren es,
Weiber kaum.

Klaus von See meint, dass es sich dabei einfach um Riesinnen gehandelt habe und nicht um weibliche Berserker. In den spätnordischen Quellen werden Berserker nur noch negativ dargestellt: Es handelt sich um Männer, die streitsüchtig waren und sich nicht an Gesetz und Gefolgschaftsregeln hielten. Die Anwendung von „Berserk“ für Auseinandersetzungen in Friedenszeiten scheint untersagt gewesen zu sein. In den späteren Sagas werden immer wieder Berserker oder Berserkergruppen erwähnt, die auf Bauernhöfen erschienen und den Bauern Geld und Frauen abpressten. Sie galten als vom Teufel besessen und verloren ihre Berserkereigenschaften daher mit der Taufe. Man stellte sich vor, dass die Berserker im Wesentlichen aus dem Osten kamen, dem schwedischen Uppland, Gästrikland und Hälsingland aber auch Russland, wo auch sonst Riesen und Trolle angesiedelt waren. Uppland ist als am längsten heidnisch geblieben das häufigste Herkunftsgebiet. In der Edda kommt dies im so genannten Gróttasöngr zum Ausdruck, wo die Riesinnen von sich sagen:

En vit síðan
á Svíþjóðu
framvísar tvær
í folk stigum,
beiddum björnu,
en brutum skjöldu,
gengum í gögnum
gráserkjat lið.


Dann schritten wir
im Schwedenland
kundig der Zukunft,
ins Kriegerfolk,
zwangen Bären,
brachen Schilde,
gingen entgegen
der Graupanzerschar.

Näsström hält die „Bären” für ein Metonym für Berserker, so dass der Dichter die Riesinnen, die Bären-Berserker und die mit grauen Brünnen Gepanzerten in Schweden angesiedelt habe.

Während in den frühen Sagas die Berserker im Holmgang von kampferprobten Männern besiegt wurden, treten in nachchristlichen Handlungsabläufen Bischöfe in den Vordergrund, die den Berserkern entgegentreten und ihnen ihre Unbesiegbarkeit nehmen. Alle, die Zeuge dieses Vorgangs sind, lassen sich anschließend taufen. Der Kampf wird durch das Wunder abgelöst.

Deutung

Lewis-Schachfiguren. Im Hintergrund links eine Figur, die in den Schild beißt



Eine Schachfigur, die auf den Hebriden gefunden wurde, zeigt einen Berserker, der in seinen Schild beißt.

Die Schilderungen der Tobsuchtsanfälle der Berserker bei Saxo Grammaticus und Snorri regten viele zu Erklärungsversuchen an.

Als erster entwickelte Samuel Ödman die Theorie, der Berserkergang sei auf die Einnahme von Fliegenpilzen zurückzuführen. Dabei ließ er sich von Nachrichten über den Gebrauch des Fliegenpilzes bei den Schamanen Sibiriens leiten, ohne dass er selbst Beobachtungen über die Wirkungsweise des Fliegenpilzes angestellt hatte. Jedoch führt das Muskarin-Syndrom nach der Einnahme von Fliegenpilz nicht zur Erhöhung der Kampfkraft. Die Theorie wird heute nicht mehr vertreten.

Als man aus dem Mutterkorn das LSD isolierte, kam auch das Mutterkorn als Verursacher vorübergehend in die Diskussion.

Später wurde auch Sumpfporst als Zutat zum Bier zur Wikingerzeit erwogen (Grutbier). Sandermann, der wohl als erster diese Pflanze in der Literatur erörterte, stellt in seinem Aufsatz Berserkerwut durch Sumpfporst-Bier die Frage, warum bei einer so weiten Verbreitung des Bieres nur so wenige Personen als Berserker überliefert sind. An anderer Stelle meint Rätsch, es gebe nur eine Substanz, die wirklich aggressiv mache, das sei der Alkohol.

Es ist keine wissenschaftliche Untersuchung bekannt, die Substanzen von Pflanzen, die in Skandinavien vorkommen, als Auslöser der geschilderten Berserkerwut-Anfälle wahrscheinlich gemacht haben.

In der skandinavischen Medizingeschichte wird der Berserkergang überwiegend als psychopathisches Phänomen gesehen, verbunden vielleicht mit einer gewissen Veranlagung.

So wird der Verknüpfung der Berserker mit den Wolfsmenschen in den Quellen größere Aufmerksamkeit geschenkt und mit dem Begriff der Lykanthropie verbunden. Auch die “heilige Raserei” als klassischer Initiationsritus wurde erwogen.

Høyersten hält die beschriebenen Phänomene für eine dissoziative Trance, eine Autohypnose. Das Beißen in den Schild, manchmal in Gruppen, sei das die Selbstsuggestion auslösende Initiationsritual. Das klinische Bild solcher Selbstsuggestion beinhalte die eingeschränkte Wahrnehmung der Umgebung mit herabgesetzter Schmerzempfindlichkeit und gesteigerter Muskelkraft. Kritisches Denken und allgemeine Hemmungen würden abgeschwächt. Diesem Zustand folge eine psychische Entladung in Form von Müdigkeit, Ermattung, oft gefolgt von Schlaf.

Einer endgültigen Klärung steht im Wege, dass die Nachrichten über den Berserkergang erst zu einer Zeit abgefasst wurden, als es schon seit Generationen keine Berserker mehr gab. Es handelt sich also weder um unmittelbare noch um mittelbare Augenzeugenberichte über die Tobsuchtsanfälle. Keine dieser Theorien hat daher bei den Historikern bislang Anklang gefunden.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Berserker


Bildquelle: http://www.kdc.pl/pub/mm/img/220/10450112.jpg
Cover des Buches "Berserkir i Ulfhednar w historii mitach i legendach" von Łukasz Malinowski
http://www.nomos.pl/cgibin/shop?info=724&sid=41693c13

Freitag, 16. April 2010

Mothman



Der Mottenmann oder Mothman ist ein sagenhaftes, geflügeltes Wesen, welches rote Augen und statt Füßen Vogelkrallen besitzt, keinen Hals und eine Flügelspannweite von etwa 3 m haben soll. Es soll in den USA in verschiedenen Bundesstaaten vor allem in den Jahren 1966 und 1967 gesichtet worden sein. Eine Nebenerscheinung zu dem Mothman bilden die Men in Black, die manche Zeugen des Mothman heimgesucht haben sollen. Einige Menschen, so die New York Post, berichteten von einem Engel mit Fledermausflügeln oder einem Wesen, das menschliche Gestalt, aber Flügel besitzen soll. Aus der Zeit der großen Mothman-Sichtungen stammt auch der Bericht zweier Ehepaare, die eine Zeit lang in der Nähe einer Sprengstofffabrik von einem dieser Wesen verfolgt worden sein sollen.

Zahlreiche Zeugen schwören auf die Existenz des Mottenmannes. In den Jahren 1966 und 1967 wurde allein im Raum Point Pleasant von rund 100 Sichtungen berichtet, doch ein lebendiges oder totes Exemplar liegt der Wissenschaft nicht vor; genauso wenig wie Fotomaterial, das keine eindeutige Fälschung ist.

Oft werden mit dem Mottenmann auch Erscheinungen wie der Besuch von Außerirdischen oder Naturkatastrophen in Verbindung gebracht.

Aussehen

Aufgrund der vielen verschiedenen Sichtungen gibt es mehr oder weniger starke Abweichungen zwischen den Beschreibungen, was auch darauf zurückzuführen ist, dass die Sichtungen meist nur kurz waren oder aus größerer Entfernung erfolgten.

Die meisten Beschreibungen stimmen jedoch darin überein, dass der Mothman ein ungefähr 3 bis 4 Meter großes, schwarzes Wesen, vergleichbar einem Schatten, ist, das entweder nur Flügel oder Flügel und Arme besitzt und durchaus in der Lage ist, zu fliegen oder auf andere Weise plötzlich zu erscheinen und auch genauso schnell wieder zu verschwinden.

Mit am auffälligsten sind jedoch die leuchtend roten Augen, die meist strahlen oder hypnotisierende Eigenschaften haben sollen.

Sichtungen und Berichte

NY-Times 

Bereits 1880 soll die New York Times berichtet haben, dass eine Art große Fledermaus oder schwarzer Engel in Richtung von New Jersey geflogen sei. Dieser Artikel ist aber im mittlerweile frei zugänglichen Online-Archiv der Zeitung nicht auffindbar.

Das Erdbeben von Chicago

1951 wurde ein Wesen, auf das die Beschreibung des Mothman zutrifft, angeblich über Chicago gesehen, und dies fliegend. Auch sahen zwei Arbeiter auf einem Wolkenkratzer ein flackerndes Licht über dem Lake Michigan schweben. Tags darauf, dem 5. Mai 1951, an dem die Erde bebte, hörten viele Leute es an ihren Haustüren oder gar an Schranktüren klopfen. Angeblich wollte der Mothman den Menschen helfen, aus den Häusern ins sicherere Freie zu gelangen.

Point Pleasant

Die erste Sichtung, die großes Aufsehen erregte, war am 15. November 1966 nahe der Stadt Point Pleasant. Ein junges Ehepaar rastete auf dem Gelände einer Sprengstofffabrik aus der Zeit des 2. Weltkrieges, die ungefähr zehn Kilometer außerhalb von Point Pleasant liegt. Auf dem Gelände der Fabrik sahen sie zwei rote Lichter. Beim Näherkommen identifizierten sie diese als zwei Augen eines ungefähr zwei Meter großen Wesens mit zwei auf dem Rücken zusammengefalteten, spitzenartig erscheinenden Flügeln. Laut eigener Aussage wurden sie von einem "brennend grellen Licht" geblendet. Sie erlitten Netzhautschäden sowie Verbrennungen 2. Grades im Gesicht, welche ambulant versorgt werden mussten. Laut der ausführlichen ärztlichen Begutachtung hätten diese Schäden zur Erblindung führen müssen und würden wohl niemals rückstandslos verheilen können. Auf seiner Flucht in Richtung Point Pleasant sah das Ehepaar die Gestalt nochmals auf einer Hügelkette, von wo aus sie losgeflogen sei, um dem Auto bis zur Stadtgrenze zu folgen.

In den darauf folgenden Tagen fuhr das junge Ehepaar in Point Pleasant zur Polizeistation, wo sie Deputy Millard Halstead die Geschichte erzählten. Nach dessen Angaben hatte das Paar nie Probleme mit dem Gesetz gehabt oder sei sonst in irgendeiner Weise aufgefallen. Als man daraufhin mit mehreren Polizisten zur Fabrik gefahren sei, wurde die Kreatur nicht mehr gesichtet.

In der darauf folgenden Nacht des 16. Novembers sei der Mothman von drei weiteren Personen gesehen worden, die in der Nähe der TNT-Fabrik unterwegs waren, um Freunde zu besuchen.

Am 24. November sahen vier Personen ein solches Wesen über der Fabrik fliegen.

Am Morgen des 25. Novembers sah ein Autofahrer dieses Wesen auf einem Feld nahe der Fabrik stehen.

Es folgten noch zahlreiche weitere Sichtungen, bei denen teilweise auch Tiere umgekommen, jedoch Menschen nie bedeutend zu Schaden gekommen sind.

Silver Bridge

Zum Ende des Jahres 1967 sei der Mottenmann mehrere hundert Male gesichtet worden. Es kursierten Gerüchte, dass dies eine Warnung vor einem bevorstehenden Unglück sei. Als dann zur Hauptverkehrszeit am Abend des 15. Dezembers 1967 die Silver Bridge, die Point Pleasant mit Gallipolis über den Ohio River verband, einstürzte, sahen sich viele in ihrer Theorie bestätigt. Bei diesem Unglück starben 46 Menschen. Die Silver Bridge war zum Zeitpunkt des Unglücks bereits 40 Jahre alt und instabil gebaut. Nach einer umfassenden Untersuchung konnte jedoch der Riss einer Zugstange als Ursache identifiziert werden. Diese Handlung wurde 2002 in dem Kinofilm Die Mothman Prophezeiungen mit Richard Gere in dramatisierter Form verarbeitet (dabei ist allerdings von nur 36 Todesopfern die Rede).

Erklärungen 

Einige Leute glauben, der Mottenmann sei ein Außerirdischer, wieder andere glauben, er wäre ein Bär oder auf Grund der roten Augen ein Kanadakranich. Der Mothman bleibt bis heute ein Rätsel. Es ähneln sich viele Zeichnungen, die von Augenzeugen und Sterbenden auf dem Totenbett angefertigt wurden, der Form eines dunklen Engels, von dem nur die leuchtend roten Augen im Schatten seiner selbst erkennbar sind. Bedenkt man, dass diese Gestalt eine kompakte Form mit einem schlecht definierbaren Umriss, keinem sichtbaren Hals und einer Flügelspannweite von teilweise mehr als 3 Meter haben soll, ist es wahrscheinlich, dass die meisten Augenzeugen eine große schwarze Eule gesehen haben, die sie aufgrund schlechter Sichtverhältnisse in der Nacht und aufkommender Panik für ein geflügeltes Ungeheuer gehalten haben.

Der Mothman wird auch häufig mit unerklärlichen Viehtötungen und -verstümmelungen in Verbindung gebracht, weshalb auch die Theorien bestehen, es könnte sich um einen Vampir handeln, oder er wäre durch einen Ritus mit Tierblut beschworen worden.

Der Mottenmann wird auch mit Beobachtungen vor anderen Katastrophen in Verbindung gebracht, wie u.a. der Katastrophe von Tschernobyl, dem Bruch des Xiaon-Te-Damms in China und einem Erdbeben in Chicago.

Joe Nickell identifizierte Mothman 2002 anhand der großen, leuchtenden Augen, des lautlosen Fliegens und des Erscheinens in der Nacht als Schleiereule. Auf einem Ast sitzend, kann sie im Dunkeln als drei bis vier Meter großes Wesen erscheinen, wenn die Schatten und Strukturen unter der Eule entsprechend geartet sind. Joe Nickell ist Mitglied der Skeptiker-Organisation Committee for Skeptical Inquiry (CSI vormals CSICOP).

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mothman

Dienstag, 13. April 2010

Besondere Frauenmumie in Ägypten entdeckt

(ncs) – Ägyptische Archäologen haben in einem Grabkomplex einen kunstvoll geschnitzten Gips-Sarkophag entdeckt, der einen absolut einzigartigen Fund darstellen soll.


Denn in diesem Sarg soll die erste und einzige Mumie aus der griechisch-römischen Epoche ruhen, die je in der Bahariyya Oase südwestlich von Kairo gefunden wurde. Das berichtet die "Huffington Post" in Bezug auf den Archäologen Mahmoud Afifi, der sich in einem Interview mit "The Assocaited Press" sehr glücklich über die Ausgrabung geäußert hat. Bei der Leiche soll es sich um eine Frau handeln, die bei ihrem Tod vor mehr als 2.000 Jahren gerade einmal 97 Zentimeter groß war (Hervorhebung von mir) und deshalb anfangs auch für eine Kindermumie gehalten wurde.
Laut Afifi weisen die Grabbeigaben aber deutlich darauf hin, dass es sich bei der Toten um eine Erwachsene handeln muss. Der aufwendige Schmuck, die Dekoration des Sarkophags, auf dem die Verstorbene ein langes Gewand, ein Kopftuch, ein Armband, Schuhe, sowie eine Perlenkette trägt – dies alles seien Merkmale dafür, dass es sich um eine ältere Frau gehandelt haben muss. Nach bisherigem Forschungsstand könnte sie sogar ein wohlhabendes und einflussreiches Mitglied ihrer Gesellschaft gewesen sein.


Beweise hierfür sollen laut "Huffington Post" weitere Untersuchungen der Archäologen ergeben, die sich von ihren Ausgrabungen nahe Kairo auch noch weitere Funde erhoffen. Die Chancen dafür stehen gut: Die Frauenmumie wurde in einem Gebiet entdeckt, das Teil eines Friedhofs aus dem 3. Jahrhundert vor Christus ist und über insgesamt 14 Grabkammern verfügt. Vier weitere Totenmasken, Ton- und Glasgefäße sowie kleine Goldplatten, in die Figuren eingestanzt sind, konnten die Forscher bereits bergen. Die kleinen Metallmünzen sollen jetzt dabei helfen, die Ära des Frauengrabes genauer zu datieren.

Dass diese spannenden Funde überhaupt entdeckt werden konnten, haben die ägyptischen Forscher übrigens einer Baufirma zu verdanken, die am Ausgrabungsort eigentlich ein Jugendzentrum errichten sollte. Bei Notgrabungen wurde die große Grabanlage entdeckt, die nun Aufschluss über die griechisch-römische Zeit Ägyptens geben soll.

Quelle: http://portal.gmx.net/de/themen/wissen/mensch/10223980-[mw]frauenmumie_entdeckt_ncs.html#.00000002

Freitag, 9. April 2010

"Alles deutet auf eine neue Spezies Mensch hin"

Leipziger Wissenschaftler haben Hinweise auf eine bisher unbekannte Form von Urmenschen gefunden. Im Interview mit DW-WORLD.DE spricht Anthropologe Johannes Krause über die Tragweite seiner Entdeckung.

Gemeinsam mit Institutsleiter Svante Pääbo hat Johannes Krause die Untersuchungen an dem Knochensplitter des neuen Urmenschen geleitet. Der gerade einmal sieben Millimeter lange Knochensplitter war im Jahr 2008 in einer Höhle im südsibirischen Altai-Gebirge gefunden worden.

DW-WORLD.DE: Wie kommt man eigentlich an Knochensplitter aus dem Altai-Gebirge?

Johannes Krause: Wir haben seit mehreren Jahren eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit Kollegen in Russland, die uns Knochenproben für genetische Untersuchungen zusenden. Wir haben hier in Leipzig in den letzten Jahren die Neandertaler-Forschung auf die genetische Ebene gehoben und damit begonnen, die Urmenschen-DNA zu untersuchen. Bisher konnten wir nur zwei Linien untersuchen, das waren der moderne Mensch und seine direkten Vorfahren, sowie die DNA der Neandertaler, die man in den 90er Jahren entdeckt hat. Als wir nun nach neuen Neandertalerknochen gesucht haben, haben wir durch Zufall diesen Knochen gefunden, der eine DNA besitzt, die weder vom Neandertaler stammt noch vom modernen Menschen, sondern eine neue Form Urmensch darstellt, die uns bisher unbekannt war, die wir also genetisch noch nie gesehen hatten und die wir im Moment auch nicht zu einer bisher existenten Urmenschenart zuordnen können.

Alle sprechen von einer Sensation. Würden Sie auch sagen, es ist eine?

Ich denke, es ist eine Sensation, weil wir bisher nur die Möglichkeit zwei Arten von Urmenschen genetisch zu untersuchen, jetzt haben wir eine dritte, die keiner bisher bekannten Urmenschenart zuzuordnen ist. Leider haben wir kein komplettes Skelett, sondern nur einen Knochen des kleinen Fingers. Es ist ein winzig kleines Fragment, das uns leider wenig über die Morphologie sagen kann. Wir wissen momentan nicht, wie dieser Urmensch aussah? Sah er vielleicht wie ein Neandertaler aus, wie ein moderner Mensch oder wie ein Homo errectus? Hier fehlt uns noch sehr viel Information, aber wir haben jetzt die Möglichkeit, die DNA dieses Urmenschen und damit die gesamte Erbinformation zu untersuchen und mit dem Menschen und dem Neandertaler zu vergleichen. Da können wir sehr viel lernen.

Beispielsweise: Was gab es für Interaktionen zwischen diesen drei Gruppen von Urmenschen. Wir konnten zeigen, dass alle drei zur selben Zeit am selben Platz gewohnt haben. Auch das ist eine Sensation für uns. In einer Nachbarhöhle der Denisova-Höhle, wo unser Knochensplitter herstammt, haben wir Neandertalerknochen gefunden. In der gleichen Erdschicht, in der auch unser Knochen gefunden wurde, lagen archäologische Artefakte, die vom modernen Menschen zu stammen scheinen – Ornamente und Schmuck, der eigentlich nur mit modernen Menschen assoziiert ist. Sie scheinen also zur selben Zeit am selben Ort gelebt zu haben und daher kann man sich auch alle möglichen Szenarien vorstellen, dass es vielleicht auch zum Genfluss zwischen diesen drei Populationen gekommen ist.

Ist das der Wunschtraum eines jeden Anthropologen, einmal einen solchen Fund zu machen?

Ja, das ist wahrscheinlich eine einmalige Chance im Leben, die man hier bekommt. Eine neue Form Urmensch zu entdecken, das ist natürlich sehr spannend für uns. Wir sprechen bisher aber nur von neuer Form Urmensch. Das liegt einfach daran, dass wir bisher nur einen winzigen Bruchteil der gesamten DNA analysiert haben und erst wenn man das gesamte Genom oder zumindest große Teile davon analysiert hat, kann man wirklich entscheiden: Ist das jetzt etwas ganz neues, etwas ganz anderes als der moderne Mensch oder der Neandertaler. Aber es deutet alles darauf hin, dass wir hier tatsächlich eine ganz neue Spezies Mensch gefunden haben.

Können Sie schon sagen, von wem der Knochen stammt?

Bisher können wir nur sagen, dass sich diese DNA vor ungefähr einer Million Jahren von der DNA des Menschen getrennt hat. Wir können außerdem sagen, dass der Mensch näher mit dem Neandertaler verwandt ist, als mit dieser neuen Urmenschenform. Wir sehen doppelt so viele Unterschiede in der DNA zwischen dem Menschen und der neuen Form als zwischen Mensch und Neandertaler. Es stellt also wirklich eine ganz andere Linie dar, die sich viel früher vom Menschen getrennt hat.

Weiß man ob es sich um eine Frau oder einen Mann gehandelt hat?

Wir nennen es im Moment "X-Woman", die unbekannte Frau. Wir sprechen deshalb von einer Frau, weil wir die mitochondrale DNA untersucht haben, das ist die DNA der Zellkraftwerke, die immer von der Mutter an die Kinder weitergegeben wird. Wir schauen uns also die weibliche Linie an und haben deshalb die "feministische Position" eingenommen. Aber so lange wir noch nicht das gesamte Genom kennen, können wir auch nicht sagen, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt.

Und dieses Verfahren, die DNA der Mitochondrien zu untersuchen, stammt von Ihnen?

Unser Institutsleiter Svante Pääbo hat in den 90er Jahren zum ersten Mal Mitochondrien-DNA von Urmenschen untersucht, damals von Neandertalern. In den vergangenen Jahren haben wir diese Methoden verfeinert, um mehr Informationen zu bekommen, schneller und qualitativ hochwertiger. Wir haben diese Art der Forschung in den vergangenen Jahren also wirklich extrem vorangetrieben.

Was werden die weiteren Untersuchungen sein und was hoffen Sie noch zu finden?

Wir haben uns vorgenommen, das gesamte Genom dieses Urmenschen zu untersuchen, um mehr zu erfahren. Wir wollen sehen, wie er mit dem modernen Menschen und dem Neandertaler verwandt war. Gab es Genfluss zwischen diesen drei Populationen? Und vielleicht auch: Was können wir über phänotypische Merkmale lernen. Also, was für eine Haarfarbe hat er gehabt oder andere Merkmale, die wir anhand der DNA-Sequenzen rekonstruieren können.

Und wer bekommt den Knochen, wenn alle Untersuchungen abgeschlossen sind?

Das was vom Knochen noch übrig ist, wird sicher wieder zurück ans Museum in Nowosibirsk geschickt, das auch die Ausgrabungen im Altai-Gebirge durchgeführt hat. Allerdings ist es auch kein sehr spektakulärer Knochen. Er ist noch nicht einmal so groß wie ein Kirschkern, also ein winzig kleines Fragment. Von daher ist er vielleicht auch nicht so interessant anzuschauen.

Das Gespräch führte Andreas Ziemons
Redaktion: Hajo Felten



Quelle: http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5390088,00.html

Montag, 5. April 2010

Warum Kicker spucken

Warum Kicker spucken
Von venceremos

Man kann es immer wieder auf den Fußballplätzen in allen Ländern beobachten:
Sommer wie Winter, immer wenn zwei Mannschaften den grünen Rasen betreten, um im sportlichen Wettkampf den Sieger zu ermitteln, wird gespuckt, was das Zeug hält.
„Warum das eigentlich so ist und es dabei tatsächlich keinen Unterschied zwischen Jugendturnieren der C-Liga oder einer WM-Schlussrunde gibt“, wollen angehende Verhaltensforscher der Universität Gijon (Mexiko) nun nach einer Langzeitbeobachtung in mehr als 45 Stadien herausgefunden haben …
„Egal um welchen Pokal oder um welche Liga es sich handelte, kaum dass ein Spiel angepfiffen wird und die ersten Duelle im Kampf Mann gegen Mann beginnen, wird wie wild um sich gespuckt“, so Miguel Delflores, Leiter der studentischen Forschergruppe. Dabei spiele es auch keine Rolle, ob die eigene Mannschaft einen Treffer einstecken müsse oder ein Spieler gerade einen Zweikampf verloren hat. Der Speichel fliegt demnach nicht nur „im Frustverhalten“, sondern auch im Erfolgsfall z. B. nach einem verwandelten Elfmeter durch den Schützen oder der Rettungstat „auf der Linie“
Die Langzeitbeobachtung habe hervorgebracht, dass dieses „Spuck-Phänomen“ unabhängig von der Beschaffenheit des Spielfeldes (Rasenplatz, Aschenplatz) und losgelöst von den Witterungsbedingungen (Hitze oder Kälte) einsetzt.
„Das eigentlich Erstaunliche ist jedoch, dass selbst bei vergleichbaren Mannschafts-Wettkämpfen, wie etwa Handball, Basketball oder Hockey das Spuck-Syndrom aussetzt“, so Delflores weiter. Und dahinter vermuten die Psychologiestudenten die Ursache für das unschöne Verhalten, “das Menschen in der freien Wildbahn sich wie Hunde beim Freilaufen zu eigen” machten. Mit dem Speichel werde “unbewusst und reflektorisch” dem Gegner signalisiert, wo die Grenzen der jeweils beanspruchten Reviere liegen, die der Platz-Konkurrent zu beachten habe; es würden so “Räume eng gemacht und die Bewegungsfreiheit der Mitstreiter vermeintlich begrenzt”.
Delflores: „Man kann aus den Beobachtungen ableiten, dass es sich um sog. „Okkupationsspucken“ handelt und dabei jede Mannschaft unterbewusst glaubt, wer am meisten „eingespeichelt“ habe, gehe auch als Sieger vom Platz“.


Warum Fußballer immer spucken
Von Stefan Lüdeke

Mit ein wenig Übung kann man sogar die Nationalität eines Spielers erkennen - Eine wissenschaftliche Untersuchung offenbart Verblüffendes.

Berlin - Noch heute gerät Dr. Heinz-Georg Rupp ins Schwärmen, wenn er an Lothar Matthäus denkt. Das Spiel hat er vergessen, auch das Datum. Er weiß nicht mal, in welchem Jahr es stattgefunden hat. Anfang der 90er muss es gewesen sein, sagt Rupp, genauer kann er sich nicht festlegen. Aber an diese eine Aktion kann sich der Psychotherapeut noch ganz genau erinnern. Wunderschön sei die Szene gewesen. Die ballistische Flugkurve, die Masse und Konsistenz des Spielgeräts, alles habe ein harmonisches Ganzes abgegeben. Wie in Zeitlupe ist es ihm noch heute vor Augen, wie Matthäus aus der Tiefe des Rachens seine Munition rekrutiert, wie sich dessen Lippen spitzen und aus seinem Mund ein schleimiger Ball aus dem Sekret der Speicheldrüsen in hohem Bogen gen Himmel schießt.

"Das war eine Bogenlampe allererster Güte", erinnert sich Rupp. "Es war kein Sprühregen, kein langer Faden, es war einfach ein in sich schön geformtes Stück." Er hat sich seither mit jener Frage befasst: Wann und warum müssen Fußballer nur immerzu spucken?

Sie tun das, immer und überall. Sobald ein Fußball spielendes Wesen den Rasen erblickt, dauert es nicht lange, bis es der Öffentlichkeit die Funktionstauglichkeit seiner Speicheldrüsen demonstriert. Beim Betreten des Feldes wird das Revier markiert, beim Verlassen erfolgt eine letzte Hinterlassenschaft und dazwischen wird jede Gelegenheit genutzt, den Rasen zu wässern. Was dem Pawlow'schen Hund die Glocke, ist dem Fußballer ein grünes Viereck.

Die Antwort auf die Frage nach dem Warum ist für Rupp vielschichtig. Er hat beobachtet, dass dem Auswurf häufig, aber nicht ausnahmslos, negative Erlebnisse vorausgehen. Eine ausgelassene Torchance, eine Auswechslung, eine ungünstige Schiedsrichterentscheidung hat fast immer ein Spucken zur Folge.

"Vielfach ist das einfach eine zwar orale aber nonverbale Meinungsäußerung", sagt Rupp. Mit der Befeuchtung des Platzes demonstriert der Spieler, was er von der Entscheidung des Trainers bzw. Schiedsrichters hält, er spuckt ihm gewissermaßen vor die Füße.

Anders liegt der Fall bei eigenen Fehlleistungen. Mit großer Gewissheit folgt auf eine ausgelassene Torchance ausfließende Spucke. Ob Cristiano Ronaldo oder Christian Wörns, in diesem Punkt sind alle Fußballer gleich. "Die Blockade muss gelöst werden", will der Spieler nach Dr. Rupp damit demonstrieren und für die Fans ein Zeichen setzen. Nach dem Motto: "Das Rohr ist frei, jetzt läuft es wie geschmiert."

Dieses Phänomen ist nicht deutsch, nicht europäisch, es ist weltumfassend. In Afrika wird genau so gerotzt wie in Asien, Australien, Süd-, Mittel- und Nordamerika. In Mexiko hat sich sogar eine wissenschaftliche Studie mit dem Thema befasst. Verhaltensforscher der Universität Gijon haben in einer Langzeitbeobachtung festgestellt, dass die Gattung Fußballer altersunabhängig und auch unabhängig vom sozialen Hintergrund spuckt, was die Mundhöhle hergibt.

Alle Fußballer neigen zur feuchten Aussprache, allerdings tun sie dies nicht gleich häufig und nicht auf die gleiche Art und Weise. So kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass "ein Nord-Süd-Gefälle" besteht, je südlicher der Geburtsort des Spielers, desto größer die Neigung, seinen Speichel auf dem Rasen zu hinterlassen.

Bei genauer Beobachtung unterscheide sich auch die Ausführung der Speichelabsonderung. Mit ein wenig Übung lasse sich anhand des Spuckens auf die Nationalität eines Spielers schließen.

Die "typischen Eigenschaften einer Nation" würden sich eins zu eins im künstlerischen Ausdruck des Spuckens wieder finden. Auf Europa übertragen hieße dies, dass der Deutsche geradeaus und direkt spuckt, der Österreicher mit erhobenem Haupt und in hohem Bogen und der Italiener auch beim Spucken um eine gute Figur bemüht ist.

Auf Wunsch der WELT hat Dr. Rupp die Spiele der Europameisterschaft unter diesem Gesichtspunkt beobachtet. "Es kann gut sein, dass sich die Persönlichkeitsstruktur einer Nation auch im Spuckverhalten niederschlägt", hatte der frühere Mentaltrainer von Bayer Uerdingen vor Beginn der Titelkämpfe gemutmaßt und Unterschiede etwa aufgrund der unterschiedlichen Körperhaltung vermutet. Die Studie der EM-Spiele hat dies allerdings nur in Ansätzen bestätigt. Relativ selten hätten Österreicher und Schweizer gespuckt, gibt Dr. Rupp an. Er glaubt allerdings nicht, dass dies ein Ausdruck landestypischer Manieren ist, sondern vermutet, dass die Spieler in ihrer Nebenrolle als Gastgeber unterbewusst bemüht waren, ihren Gästen den unappetitlichen Anblick zu ersparen.

Insgesamt hat er eine erschreckende Tendenz ausgemacht: "Die Neigung zum Spucken hat eher zu- als abgenommen." Und Dr. Rupp befürchtet deswegen, dass sich dieser Trend in den nächsten Jahren noch verstärken wird. Er glaubt, dass Fußballer von Kindesbeinen an aufs Spucken konditioniert werden, denn: "Die Kinder ahmen das Verhalten ihren Idole nach", sagt er. Wenn Ballack spuckt, will der kleine Mark das auch. Einen Ausweg aus diesem feuchten Teufelskreis sieht der 60-Jährige nicht. Es sei denn, die Fifa würde ihrer Verantwortung gerecht und spuckende Fußballer sanktionieren.

"Das Entblößen des Oberkörpers wird bestraft, obwohl der Anblick nur selten eklig ist. Warum kann man dann nicht auch das Spucken untersagen?", fordert Dr. Rupp. Es wären nicht nur die Eltern, die sich weltweit über eine Neuerung dieser Art freuen würden, auch vielen Zuschauern missfällt das ewige Spucken auf dem Platz längst.





Bildquelle: http://www.welt.de/multimedia/archive/1194040144000/00425/Neuer_spuckt_DW_Spo_425170g.jpg

Das Drachenmuseum

Das Drachenmuseum

Wenn der Drache ungezügelte Animalität symbolisiert, verkörpert sein Tod die Zähmung der Natur. Das Fabelwesen hat seit der Antike so viele Gestalten angenommen, dass man es nur schwer auf eine Erscheinung festlegen kann. Die Dokumentation zeigt unter anderem einen 1938 gedrehten Film über die Sammlung von "Beweisen für die Existenz von Drachen", die Willem Heurtz in einem Museum zusammengetragen hatte.
Jeder kennt die Figur des Drachens. Über Jahrzehnte und Kontinente hinweg hat sie in der Fantasiewelt der Menschen überall ihr charakteristisches Markenzeichen hinterlassen. Noch heute wird der Drache weltweit als starke Symbolfigur geachtet. Er spukt in der Literatur, in religiösen Texten, Filmen und Videospielen und passt sich mühelos allen Medien an. Aber kennen wir ihn wirklich?
Seit der Antike hat der Drache so viele Gestalten angenommen, dass man ihn nur schwer genau definieren kann. Und heute sehen wir ihn mit völlig anderen Augen, weil der Fortschritt der Naturwissenschaft den Drachen ganz allmählich von einem realen Geschöpf zur Legende gemacht hat.
Das Verschwinden des Drachens kann als eine Metapher für den Übergang von einer Welt des Glaubens in eine rationale Welt verstanden werden. Der Tod des Drachens kann die Zähmung der Natur verkörpern.
Doch darf nicht in Vergessenheit geraten, dass er einst sowohl von den religiösen Obrigkeiten als auch von den Naturforschern als etwas sehr Reales angesehen wurde. Will man diese Geschöpfe wirklich verstehen, muss man wieder in eine Welt eintauchen, in der ihre Existenz nicht infrage gestellt wird.
(Frankreich, 2004, 52mn)
ARTE F
Regie: Vincent Amouroux


Die Dokumentation findet sich hier:
http://plus7.arte.tv/de/1697660,CmC=3126056.html

Freitag, 2. April 2010

2000 Besucher

Kinders, es ist noch nicht einmal ein Monat vergangen als ich den 1000. Besucher auf meinem Blog verkündete und seit heute wurde die 2000ter Marke gebrochen. Habt Ihr nichts besseres zu tun? Ich jedenfalls sage ein lautes: "Danke für das Interesse"!

Bildquelle: http://www.d.umn.edu/~lunda009/images/Animal-Farm.jpg

Donnerstag, 1. April 2010

Experimente enthüllen „tierischen“ Herdentrieb des Menschen

Mensch folgt Leithammeln Experimente enthüllen „tierischen“ Herdentrieb des Menschen

Der Mensch ist ein Herdentier, ob er will oder nicht: Wenn nur fünf Prozent einer Menschenmenge sich gezielt in eine Richtung bewegen, folgt der Rest nach (Hervorhebung von mir) – ohne sich darüber klar zu sein, einem solchen Impuls zu folgen. Experimente britischer Forscher ergaben diese und andere Parallelen zum Herdenverhalten von Vögeln oder Huftieren.


Jens Krause, Professor für Biologie an der Universität von Leeds führte gemeinsam mit seinem Doktoranden John Dyer eine Reihe von Experimenten durch um den Herdentrieb näher zu untersuchen. Er bat eine Gruppe von Probanden, in einem großen Saal zufällig umherzulaufen, dabei nicht miteinander zu kommunizieren und immer darauf zu achten, dass sie mindesten eine Armlänge von ihren Nachbarn entfernt bleiben. Einer kleinen Minderheit aus dieser Gruppe jedoch gab er detailliertere Informationen darüber, wohin sie laufen sollten.

Erstaunlicherweise bildete sich in allen Durchgängen nach und nach eine sich selbst-organisierende Struktur heraus, bei der die Masse den „informierten Individuen“ als Schlange folgte – und dies, ohne dass sie sich dessen überhaupt bewusst waren. „Wir haben alle schon Situationen erlebt, in denen wir von der Menge mitgetragen wurden“, erklärt Krause. „Aber interessant ist an unseren Versuchen, dass die Teilnehmer eine Konsensentscheidung getroffen haben, trotz der Tatsache, dass sie nicht reden durften oder sich mit Gesten verständigen. In den meisten Fällen merkten die Teilnehmer gar nicht, dass sie von anderen geführt worden waren.“

Die Wissenschaftler führten diese Experimente mit Gruppen unterschiedlicher Größe und unterschiedlichen Anteilen von informierten Individuen durch. Dabei stellte sich heraus, dass der Anteil der „Leithammel“ bei größeren Gruppen sehr viel geringer sein kann als bei kleineren. In großen Menschenansammlungen von 200 und mehr Personen, reichte es bereits aus, wenn fünf Prozent der Gruppe die Richtung angaben.

Planungsstrategien für Notfälle verbessern
Diese jetzt in der Fachzeitschrift „Anomal Behaviorist Journal“ veröffentlichten Ergebnisse geben wertvolle Hinweise darauf, wie die Bewegungen großer Menschenmassen geleitet werden können, beispielsweise im Katastrophenfall, oder in Situationen, in denen verbale Kommunikation schwierig ist. „Es gibt viele Situationen, in denen diese Informationen zu gutem Nutzen eingesetzt werden könnten“, so Krause. „In einem Extrem könnte es Planungsstrategien für Notfälle verbessern, im anderen wäre es auch nützlich, wenn es darum geht, den Fußgängerstrom in sehr belebten Bereichen zu organisieren.“

Ursprünglich begannen die Wissenschaftler ihre Experimente zu dieser Art von unbewusstem Herdentrieb beim Menschen, weil sie an den Wanderungsbewegungen von Tieren forschten. In solchen ziehenden Gruppen beispielsweise von Vögeln ist es häufig schwer herauszufinden, welchem Individuum die Gruppe folgt. Das sich Menschen und Tiere in ihrem Herdenverhalten so deutlich ähneln, war sozusagen ein zuvor nicht geplanter Nebeneffekt der Versuche. „Aber das zeigt eben, dass es starke Parallelen zwischen dem tierischen Herdenverhalten und menschlichen Gruppen gibt“, so Krause. (University of Leeds, 18.02.2008 - NPO)

Quelle: http://www.g-o.de/wissen-aktuell-7818-2008-02-18.html