Sonntag, 14. März 2010

Siamesische Zwillinge

Siamesische Zwillinge (auch Doppelfehlbildung) bezeichnen eine Fehlentwicklung, bei der eineiige Zwillinge im Verlauf ihrer intra-uterinen Entwicklung und nach der Geburt körperlich miteinander verbunden bleiben.

Bei eineiigen (monozygoten), monochorial-monoamnioten Zwillingen teilt sich die befruchtete Eizelle in zwei eigenständige Embryonalanlagen auf. Bei einer unvollständigen Durchschnürung des Embryoblasten im späten Entwicklungsstadium der Blastozyste nach dem 13. Tag nach der Befruchtung bleiben die beiden Feten miteinander verbunden.

Die statistische Wahrscheinlichkeit für eine Doppelfehlbildung liegt zwischen 1:60.000 und 1:200.000. Dies entspricht einer Frequenz bei monozygoten Zwillingsschwangerschaften von 1:300. Da jedoch durchschnittlich drei von zehn siamesischen Zwillingen pränatal versterben, kommt nur etwa ein siamesisches Zwillingspaar auf eine Million Lebendgeburten. Wenn bekannt ist, dass es sich um ein siamesisches Zwillingspaar handelt und sich die Schwangere bzw. das Elternpaar nicht zu einem Schwangerschaftsabbruch entschließt, wird die Geburt in der Regel per Kaiserschnitt durchgeführt, um die gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kinder möglichst gering zu halten.

Ausprägungen 

Die Verbindung kann sowohl bis zu den inneren Organen reichen oder auch nur äußeres Gewebe betreffen. So kann es vorkommen, dass ein siamesisches Zwillingspaar nur ein Herz oder eine Lunge hat.

In der Medizin wird nach Art und Ausmaß der Verwachsung unterschieden. Verwachsungen können in verschiedenen Körperbereichen auftreten:

* Brustbereich (Thorakopagus, ca. 70 % der Fälle)
* Hüftenbereich (Ischiopagus, ca. 5 % der Fälle)
* Kopf (Kraniopagus (Kephalopagus), weniger als 2% der Fälle)
o Sonderform: Dizephalie: einzelner Körper mit zwei Köpfen
o Sonderform: Janiceps (nach dem zweigesichtigen Gott Ianus): am Kopf zusammengewachsene siamesische Zwillinge, deren Gesichter in entgegengesetzte Richtungen blicken

* Bauchbereich (Omphalopagus)
* Steißbereich (Pygopagus)
* fetale Inklusion oder Foetus in foeto, wobei intrauterin ein Zwilling vom anderen absorbiert wird.

Ist eine Trennung möglich und innerhalb der ersten drei Wochen nach der Entbindung erforderlich, liegt die Sterblichkeit bei durchschnittlich 50%, während zwischen der vierten und 14. Woche die Überlebenschance bei 90 % liegt. Die (vor- und nachgeburtliche) Prognose ist jedoch stets abhängig von Art und Ausmaß der Fusion der Kinder.

Die Teilung muss nicht immer symmetrisch sein. Entwickelt sich zum Beispiel das Zellmaterial eines Zwillings nur unvollständig, kann es auch zu asymmetrischen (oder auch parasitären) Doppelfehlbildungen kommen.

Das weiter entwickelte Kind, in diesem Fall auch Autosit genannt, trägt das weniger entwickelte Kind, den „Parasiten“, am oder im Körper. Im Extremfall kann das weniger entwickelte Kind nur aus einem tumorähnlichen Zellhaufen bestehen.

Trennung

Je nach Art und Umfang der Verbindung ist eine chirurgische Trennung der beiden Zwillinge möglich. Dabei müssen einige Voraussetzungen gegeben sein:

* Die beiden Zwillinge müssen jeweils alle lebensnotwendigen Organe besitzen.
* Die stoffwechsel- und lebensnotwendigen Prozesse dürfen nicht zu kompliziert verflochten sein (z. B. gemeinsame Blutbahnen oder ähnliches)

Bis September 2004 überlebten 30 an der Schädeldecke zusammengewachsene Kinder eine Trennung, 17 von ihnen waren jedoch nach dem Eingriff behindert.

Berühmte Fälle

Zu den ersten Überlieferungen über siamesische Zwillinge zählt die Legende von Mary und Eliza Chulkhurst aus Biddenden, die unter dem Namen Biddenden Maids bekannt wurden, und am Anfang des 12. Jahrhunderts gelebt haben sollen.

Lazarus und Joannes Baptista Colloredo bereisten im 17. Jahrhundert zahlreiche Länder. Lazarus soll mit seinem parasitischen Zwillingsbruder viel Geld verdient haben.

Der Name Siamesische Zwillinge kommt vom Zwillingspaar Chang und Eng Bunker (1811–1874), deutsch wird als Name meistens Bunkes statt Bunker angegeben. Die beiden Brüder wurden in Siam (heute Thailand) geboren, wurden unter dem Namen Die siamesischen Zwillinge als Jahrmarktsattraktion bekannt und gaben so dieser Fehlbildung den Namen. Die Brüder heirateten die zwei Schwestern Adelaide und Sarah Yates und zeugten mit ihnen insgesamt 18 Kinder. Beide Brüder starben nur wenige Stunden nacheinander.

Ritta und Christina Parodi hingegen durften nicht öffentlich ausgestellt werden, obwohl das Interesse der Öffentlichkeit und besonders auch der Medizin groß war. Die beiden kleinen Mädchen starben schon im Kindesalter.

Giovanni Battista und Giacomo Tocci wurden 1877 geboren und schon im Alter von vier Wochen zur Schau gestellt. Nachdem sie volljährig waren, zogen sie sich hinter die hohen Mauern ihres Anwesens in Italien zurück, um nie wieder neugierigen Blicken ausgesetzt zu sein.

Die 1908 geborenen Schwestern Daisy und Violet Hilton waren an Becken und Rücken verwachsen. Ihrer Mutter kurz nach der Geburt abgekauft, wurden sie wie andere siamesische Zwillingspaare auf Jahrmärkten ausgestellt. Als Erwachsene führten sie ihre Showkarriere auf eigene Faust fort und spielten in zwei Filmen mit.

Bekanntheit erreichten auch die beiden 29-jährigen Schwestern Ladan und Laleh Bijani aus dem Iran (* 17. Januar 1974), die am Kopf zusammengewachsen waren und ab dem 7. Juli 2003 durch eine aufwändige Operation einer Ärztegruppe in Singapur getrennt wurden. Kurz nach der Trennung verstarb Ladan Bijani, wenige Stunden später auch ihre Schwester Laleh. Todesursache war laut Aussage der Ärzte Kreislaufversagen aufgrund zu hohen Blutverlustes während der Operation.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Siamesische_Zwillinge

Bildquelle: http://www.bild.de/BILD/news/2010/02/19/zwilling-im-bauch/junge-waechst-zwillingsbruder-aus-dem-bauch.html

Bildquelle: http://www.thieme.de/viamedici/studienort_marburg/freizeit/anatomikum.html


Neueste Bilder der geheilten indischen "Göttin"

 Die zweijährige Lakshmi ist mit vier Armen und vier Beinen auf die Welt gekommen. Die Operation ist erfolgreich abgeschlossen worden.
In einer 24-stündigen Operation haben indische Chirurgen ein zweijähriges Mädchen von einem angewachsenen Zwilling ohne Kopf getrennt und lebenswichtige Teile ihres Körpers wiederhergestellt. "Sie hat die Operation überstanden, sie ist in Sicherheit und es geht ihr gut", sagte Chef-Chirurg Sharan Patil über Lakshmi, die mit vier Armen und vier Beinen geboren worden war.
Die indischen Mediziner präsentierten voller Stolz Röntgenbilder der äußerst schwierigen aber erfolgreich verlaufenen Operation.

Noch zwei bis drei Tage auf Intensivstation
Das Kind müsse zwei bis drei Tage auf der Intensivstation bleiben und werde das Krankenhaus nicht verlassen, bevor ihr Zustand sich nicht stabilisiert habe, fügte Patil hinzu. "Wir wollten ihre eine Zukunft geben", sagte Lakshmis Vater Shambhu im örtlichen Fernsehen.

Seltene Verschmelzung von Zwillingen
Das Mädchen Lakshmi ist nach der vierarmigen indischen Gottheit für Wohlstand und Schönheit benannt. Lakshmi sei ein sehr seltener Fall einer Verschmelzung, die nur bei zwei Prozent aller Siamesischen Zwillinge vorkomme, sagte die Koordinatorin der Sparsh-Stiftung, Mamatha Patil. Einer der Zwillingsembryonen höre im Mutterleib auf zu wachsen, und der andere entwickele sich auf dessen Kosten. Die vier zusätzlichen Gliedmaßen gehörten dem zweiten unterentwickelten Körper und seien an Lakshmis Beckenknochen angewachsen, erläuterte Patil weiter.


36 Ärzte an OP beteiligt
An der Operation waren 36 Ärzte beteiligt, vom Kinderarzt bis zum plastischen Chirurgen waren zahlreiche Fachgebiete vertreten. Im ersten Teil des Marathon-Eingriffs wurden die überflüssigen Körperteile abgetrennt. Im zweiten Teil musste dann das Becken des Kindes wiederhergestellt und Haut wieder angenäht werden. Da zum Beispiel die Niere der Zweijährigen sich teilweise im Körper des Zwillings befunden hatte, musste das Organ verschoben werden.
"Ich bin sehr erleichtert und stolz auf meine Mannschaft", sagte Patil, der in seinem blauen Kittel sehr müde, aber zufrieden aussah. Die Operation im Sparsh-Krankenhaus in Bangalore war die erste ihrer Art in Indien. Das Kind hat nach Einschätzung der Ärzte eine Überlebenschance von 80 Prozent. "Für die nächsten 48 bis 72 Stunden müssen wir überaus vorsichtig sein", warnte Patil. "Sie ist ein kleines zartes Kind und hat einen schweren Eingriff hinter sich. Auch kleinste Dinge können gewaltige Folgen haben, deswegen beobachten wir sie sehr genau", fügte der Arzt hinzu.

Von den Eltern versteckt
Finanziert wird die Operation von der Sparsh-Stiftung, die das Krankenhaus betreibt. Der Chefarzt sei von einer Hilfsorganisation auf das Mädchen aufmerksam gemacht worden, berichtete IANS. Den Angaben zufolge stammt Lakshmi aus einer armen Familie im ostindischen Bundesstaat Bihar. Seine Eltern hätten es im Haus versteckt, nachdem ihnen von Geschäftemachern Geld für die Tochter angeboten worden war. "Die Eltern wollten keine Zirkusattraktion aus ihrem Kind machen", sagte Patil. Sie hätten der Operation sofort zugestimmt.

Quelle: http://www.oe24.at/zeitung/welt/weltchronik/article155946.ece

Bildquelle: http://img.dailymail.co.uk/i/pix/2007/11_01/lakshmiBARCROFT_468x474.jpg

Darstellung der indischen Göttin Lakshmi:


Bildquelle: http://www.eu-lottery.surfwizzard.com/MahaLakshmiDevi.jpg

Ymir

Ýmir (altnordisch Zwilling, Zwitter), identisch mit Aurgelmir, ist in der nordischen Mythologie das älteste Lebewesen. Der Name Ymir wird für sehr alt gehalten und dem altindischen Yama und dem altpersischen Yima zur Seite gestellt.[1]

Er war ein zweigeschlechtlicher Urzeitriese mit sechs Köpfen. Er entstand aus der Vermischung des Gletschereises von Niflheim und aus dem Feuer von Muspelheim. Er ernährte sich von der Milch der Urkuh Auðhumbla.

Als er von der Milch der Urkuh getrunken hatte, schlief er ein. Dabei bemerkte er nicht, dass neben ihm das Schwert des Feuerriesen Surtr einschlug. Da dieses sehr heiß war, entstand aus seinem Schweiß Thrudgelmir, manchmal als Ursprung der Hrimthursen bezeichnet. Dies war ein sechsköpfiger Riese. In Varianten wird berichtet, dass sogar drei Hrimthursen entstanden sind, wovon aber nur der vorstehende mit Namen überliefert ist. Der Wafthrudnir wird als Sohn von Ymir bezeichnet und gilt ebenfalls als Stammvater der Hrimthursen.

Die ersten Götter, Odin, Vé und Vili töteten ihn und erbauten aus seinen Körperteilen die Welt: Aus seinem Fleisch wurde die Erde, aus dem Blut das Meer, aus seinen Zähnen Steine und Felsen, aus seinem Haar die Bäume, aus seinen Augenbrauen Midgard, aus seinem Schädel der Himmel und aus seinem Gehirn die Wolken gemacht. Die vier Eckpunkte des Himmels werden dabei von den Zwergen Norðri, Suðri, Austri und Vestri gestützt.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ymir

Aurgelmir, ‚der sandgeborene Brüller‘, ist der Vorzeitriese, den Snorri Sturluson mit Ymir gleichsetzt. Es ist gut möglich, dass der Mythos Aurgelmirs aus einer eigenständigen Schöpfungstradition stammt, dennoch folgt die Forschung überwiegend der Gleichsetzung mit Ymir aus inhaltlichen Gründen, da der bei Aurgelmir geschilderte Mythos vergleichbar ist mit der Situation, die man bei Ymir erwarten würde.

...Demzufolge wuchsen unter Aurgelmirs Arm ein Mädchen und ein Junge, während er durch das Zusammenschlagen der Füße einen sechsköpfigen Sohn erzeugte.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Germanische_Sch%C3%B6pfungsgeschichte#B.C3.BAri.2C_Burr_und_seine_S.C3.B6hne

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